Wer in Deutschland mit dem Zug fährt, sieht oft ein ähnliches Bild: ältere Männer mit einer Zeitung in der Hand, Frauen mit einem Roman oder junge Menschen mit einem E-Book. Während der Fahrt ist es still, nur das Rattern des Zuges und das Rascheln der Seiten sind zu hören. Lesen gehört hier einfach zum Alltag. Es ist eine Art, die Zeit zu nutzen, sich zu entspannen und gleichzeitig etwas Neues zu lernen.
Schon in der Kindheit spielt Lesen eine große Rolle. Eltern lesen ihren Kindern am Abend Geschichten vor, Schulen und Kindergärten haben Leseecken und kleine Bibliotheken. In fast jeder Stadt gibt es Büchereien, in denen man kostenlos oder sehr günstig Bücher ausleihen kann. Lesen ist hier nicht nur ein Hobby, sondern Teil der Kultur und Bildung.
Viele Deutsche lesen regelmäßig, im Zug, im Park oder vor dem Schlafengehen. Sie sagen, dass Bücher sie ruhig machen und neue Ideen geben. Auch viele ältere Menschen nutzen das Lesen, um ihr Gedächtnis zu trainieren und neugierig zu bleiben. Diese Haltung zeigt: Lernen hört nie auf.
Für viele Migranten kann das ein gutes Beispiel sein. Wer nach Deutschland kommt, sieht, wie Menschen ihre freie Zeit mit Büchern verbringen. Vielleicht kann man daraus lernen, dass Lesen eine bessere Alternative ist, als stundenlang auf dem Handy oder in sozialen Netzwerken zu sein. Bücher helfen, die Sprache schneller zu lernen, die Kultur besser zu verstehen und den Kopf frei zu halten.
In Afghanistan war das Lesen vor einigen Jahren ebenfalls sehr beliebt. Besonders Jugendliche und Studierende lasen verschiedene Bücher, von Romanen bis zu Themen über Philosophie und Politik. Es gab sogar eine Woche des Buches, in der überall in Schulen und Universitäten das Lesen gefeiert wurde. Doch heute, durch Armut, Arbeitslosigkeit und neue Einschränkungen, haben viele Menschen kaum Zugang zu Büchern. Viele junge Leute verbringen ihre Zeit in sozialen Medien, besonders auf Facebook. Das ist traurig, denn eine Gesellschaft ohne Bücher verliert nach und nach ihre Tiefe und die Fähigkeit, kritisch zu denken.
In Deutschland sind Bücher noch immer ein Licht für den Geist, in Afghanistan ist dieses Licht schwächer geworden. Aber vielleicht wird es eines Tages wieder hell leuchten: wenn junge Afghanen nicht mit dem Handy, sondern mit einem Buch in der Hand ihre Zukunft aufschlagen.
Von: Hedayatullah Zyarmal
Bruchhausen-Vilsen November 2025
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