Ein Abschied mit Dankbarkeit, Axel Hillmann geht nach vielen Jahren in den Ruhestand!

Im Haus am Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen herrschte am 21. November eine besondere Stimmung. Kolleginnen, Kollegen, Wegbegleiter und Unterstützer kamen zusammen, um einen Menschen zu ehren, der die Arbeit von Lebenswege Begleiten über viele Jahre mitgeprägt hat: Axel Hillmann. Was mit freiwilligem Engagement begann, entwickelte sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der sozialen Arbeit in der Samtgemeinde.

 

Als Mitgründer gehörte Axel bereits seit 2011 zum Kern des Vereins. Gemeinsam mit anderen engagierten Bürgerinnen und Bürgern legte er damals den Grundstein für eine Arbeit, die Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen, begleiten und stärken sollte.

 

Axel brachte eine ungewöhnlich vielfältige berufliche Erfahrung mit: Als Sozialpädagoge war er viele Jahre in der Jugendarbeit tätig. Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre gründete er 1997 ein eigenes VWL-Repetitorium, ein Projekt, das bis heute besteht. Diese Mischung aus sozialpädagogischer Praxis, analytischem Denken und Organisationstalent prägte auch seine Rolle bei Lebenswege Begleiten.

 Zwischen 2011 und 2017 arbeitete Axel zunächst ehrenamtlich, zuständig für Mittelakquise, Finanzen, Personalwesen, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Als die Integrationsarbeit wuchs und neue Projekte entstanden, wechselte er 2017 offiziell ins Team. Seitdem übernahm er 15, später 25 Wochenstunden, doch in Wahrheit stand er der Organisation oft weit darüber hinaus zur Verfügung.

 

Sein Verantwortungsbereich war beeindruckend breit: Koordination im Haus am Markt, Unterstützung der Fahrradwerkstatt, Finanz- und Personalbuchhaltung, Pressearbeit, Betreuung neuer Projekte und Vernetzung mit Kommunen, Stiftungen und Unterstützern. Kaum ein Bereich im Verein, den Axel nicht entscheidend mitgestaltet hätte.

Viele, die mit ihm gearbeitet haben, betonen, dass Axel einer jener Menschen ist, die nicht laut, aber wirksam arbeiten. Er schuf Ordnung, wo Chaos drohte, und Ruhe, wo Unsicherheit herrschte.

Seine Zuverlässigkeit, Geduld und Menschlichkeit machten ihn über Jahre zu einer zentralen Stütze, nicht nur für das Team, sondern auch für viele der Menschen, die Unterstützung suchten.

Für ihn war es wichtig, mit anderen gemeinsam etwas Sinnvolles und Nachhaltiges zu bewegen, nicht Titel, nicht Karriere, sondern Wirkung.

 

Ich selbst habe Axel etwas mehr als zwei Jahre lang kennengelernt und ihn als einen freundlichen, ernsthaften und äußerst engagierten Menschen erlebt.

Er hat mich darin bestärkt, meinen Weg im Journalismus weiterzugehen, ein Ziel, das für meine Zukunft von großer Bedeutung ist. Axel hat mich ermutigt, Schritt für Schritt über soziale und kulturelle Themen zu schreiben.

Auch bei unserem Nähprojekt für geflüchtete Frauen hat er mich und meine Frau tatkräftig unterstützt, bis schließlich die Zustimmung erreicht wurde.

Diese Hilfen waren für uns von unschätzbarem Wert, und darüber hinaus hält Axel bis heute Kontakt mit mir, um mich weiterhin auf einem Weg zu begleiten, der mich meinen Zielen näher bringt.

 

Die Abschiedsfeier am 21. November spiegelte genau das wider. Bei Getränken, kleinen Snacks und persönlichen Worten zeigte sich, wie viele Menschen er berührt und unterstützt hat. In einer offenen Runde mit Kollegen und Freunden wurde deutlich, welche großen Spuren er hinterließ, Strukturen, Projekte und Beziehungen, die ohne ihn nicht entstanden wären.

Doch für Axel ist der Ruhestand kein vollständiger Abschied vom Engagement. Nach einer kurzen Pause möchte er sich weiterhin ehrenamtlich einbringen, im Dorf Martfeld, in der Samtgemeinde, vielleicht auch weiterhin in Teilen von Lebenswege Begleiten. Einige private Wünsche stehen ebenfalls an, doch klar ist: Sein Herz schlägt weiter für Gemeinschaft und soziales Miteinander.

Einige Aufgaben, insbesondere im Bereich Buchhaltung, will er weiter unterstützen, damit die Verbindung nicht ganz verloren geht.

Lebenswege Begleiten verdankt Axel Hillmann nicht nur Jahre an Arbeit, sondern Stabilität, Struktur und eine Form von Menschlichkeit, die die Essenz sozialer Arbeit ausmacht.

 

Er wünscht sich, dass der Verein weiterhin breite Unterstützung erfährt, von Verwaltung und Politik, von Stiftungen, Unternehmen und Menschen, die Zeit, Wissen oder Spenden beitragen, damit die Arbeit auch künftig Menschen Hoffnung und Halt geben kann.

Am Ende bleibt vor allem eines: tiefer Dank für all die Jahre, für seine Verlässlichkeit und für die Wärme, die er in die Gemeinschaft gebracht hat.

 

Von: Hedayatullah Zyarmal

 

Bruchhausen-Vilsen, Dezember 2025