Bruchhausen-Vilsen. Es ist ein milder Frühlingstag, doch auf dem Gelände „Auf der Loge 18“, zwischen Waldorfschule und Krabbelgruppe, ist viel Bewegung. Rund 30 Menschen sind im Gemeinschaftsgarten „Gemüseträume“ im Einsatz. Der Garten liegt direkt hinter einem Kindergarten und entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem lebendigen Ort.
Das etwa 2.700 Quadratmeter große Grundstück gehört dem Flecken Bruchhausen-Vilsen und wird für mindestens zehn Jahre genutzt. Organisiert wird das Projekt von der sozialen Einrichtung „Lebenswege Begleiten“.
Ziel ist es, die Umwelt zu stärken, nachhaltige Gartenarbeit zu fördern und Menschen zusammenzubringen.
Schon im vergangenen Jahr wurden erste Obstbäume und Sträucher gepflanzt , darunter Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume sowie Beerensträucher. In diesem Frühjahr geht die Arbeit weiter. Überall auf dem Gelände sind Menschen beschäftigt: Einige arbeiten mit Spaten und Schaufeln, andere nutzen Harken und Rechen, um den Boden zu lockern. Mit Schubkarren werden Materialien transportiert, während eine Gartenwalze zum Glätten der Flächen eingesetzt wird. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Vorbereitung des Bodens. Blätter, die seit etwa sechs Monaten gesammelt wurden, werden mit Schubkarren zu den Beeten gebracht und dort mit Erde vermischt.
Zusätzlich wird zuvor gesammelter Pferdemist auf vorbereitete Flächen verteilt und in den Boden eingearbeitet. So entsteht ein natürlicher und nährstoffreicher Untergrund für den Anbau.
Die einzelnen Flächen im Garten sind bereits genau eingeteilt. Mit dünnen Schnüren wurden die Beete markiert. Innerhalb dieser Bereiche arbeiten die Freiwilligen daran, den Boden für verschiedene Pflanzen vorzubereiten. Einige Flächen sind für Kartoffeln vorgesehen, andere für Zwiebeln, Möhren und weitere Gemüsesorten. Der Boden wird geebnet, Steine werden entfernt und die Erde sorgfältig vorbereitet.
Am Rand des Gartens pflanzen Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern junge Bäume und Setzlinge an den zuvor festgelegten Stellen. Schritt für Schritt entstehen so neue Strukturen, die dem Garten in Zukunft Form und Leben geben sollen.
Die Teilnehmenden kommen aus Deutschland, Afghanistan, Syrien, der Ukraine, Kolumbien, Ruanda und dem Irak. Auch die Altersgruppen sind vielfältig und reichen von Kindern bis zu älteren Menschen. Diese Vielfalt prägt die Atmosphäre und zeigt den gemeinschaftlichen Charakter des Projekts.
Auch die Zukunft des Gartens ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Wenn sich die Pflanzen gut entwickeln, könnten bereits im Mai erste Ernten möglich sein. Spätestens im Sommer wird mit einer größeren Ernte gerechnet. Diese sollten nicht verkauft werden, sondern gemeinschaftlich genutzt werden. Bei Bedarf ist auch vorgesehen, einen Teil an soziale Einrichtungen wie die Tafel weiterzugeben.
Ein wichtiger Bestandteil ist zudem die regelmäßige Pflege. Die Bewässerung erfolgt nach einem Wochenplan und wird über einen Brunnen mit Handpumpe sichergestellt. So übernehmen die Teilnehmenden gemeinsam Verantwortung für die Entwicklung des Gartens.
Die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Am kommenden Samstag, 25. April, werden die nächsten Schritte umgesetzt. Weitere Beete sollen vorbereitet und zusätzliche Pflanzen gesetzt werden. Der Garten entwickelt sich dabei bewusst Schritt für Schritt.
Neben der Arbeit entsteht auch Raum für Begegnung. Tee, Kaffee und Kuchen bieten Gelegenheit für Gespräche und Austausch in einer offenen und freundlichen Atmosphäre.
Der Gemeinschaftsgarten „Gemüseträume“ zeigt, wie aus einer freien Fläche ein Ort für Natur, Zusammenarbeit und gemeinschaftliches Engagement entstehen kann.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, den Gemeinschaftsgarten kennenzulernen und aktiv mitzumachen.
Von: Hedayatullah Zyarmal
Bruchhausen-Vilsen, April 2026
Lebenswege begleiten e. V.
Auf der Loge 17a
27305 Bruchhausen-Vilsen
04252 909 8320